Neues Projekt an der IGS Fürstenau: Generationen-Werkstatt gegründet

Generationen-Werkstatt nimmt Arbeit auf

Neues Projekt mit der IGS startet am 1. November bei Richter in Fürstenau

Die Ursachenstiftung setzt sich dafür ein, dass Jungen Aufgaben bekommen, an denen sie wachsen können. In der Generationen-Werkstatt entdecken sie das Handwerk neben der Theorie in der Schule. Die Generationen-Werkstatt ist das aktuelle Projekt der Ursachenstiftung und Teil der bundesweiten Initiative „Männer für morgen“. Sie ist eine generationenübergreifende Aktion von Unternehmen im Mittelstand für die aktive Generation, für die kommende Generation und für die erfahrene Generation. Schüler zwischen zwölf und 15 Jahren kommen in die Werkstatt, lernen das Unternehmen kennen und schaffen dort gemeinsam etwas Neues. Ein erfahrener Handwerker im „Unruhestand“ betreut sie dabei und vermittelt praktische und soziale Fähigkeiten. Im Rahmen einer Abschlussfeier werden die Ergebnisse den Lehrern, Eltern und der Geschäftsleitung präsentiert. Mit der Übergabe der Zertifikate an die Schüler schließt das Projekt ab.

Nach der Begrüßung durch den Firmenchef Reinhard Richter stellte dieser mit Clemens Wilkemeyer die Projektidee vor. Der erfahrene „Unruheständler“ wird die Neuntklässler Marco Lahme, James Peters, Jens Hemme und Michael Galster während des Projekts betreuen. Bis zum Jahresende soll eine zwei Meter hohe Schrankwand, bestehend aus drei Schränken, entstehen, die für das evangelisch-lutherische Gemeindehaus in Fürstenau bestimmt ist. Einmal wöchentlich treffen sich die Schüler mit ihrem Betreuer, um das Möbelstück anzufertigen. Clemens Wilkemeyer bringt über 60 Jahre Berufserfahrung mit, von der die Jungen profitieren können.

„Die Generationen-Werkstatt startete 2014 mit fünf Projekten. Unterstützung gab es von der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, den jeweiligen Kreishandwerkerschaften, vom Landkreis Osnabrück sowie vom Netzwerk Bildung Osnabrück. Im zweiten Halbjahr 2018 werden 37 Projekte an den Start gehen, sodass wir bis Jahresende die Marke von 150 Generationen-Werkstätten erreichen werden“, wie Babette Rüscher-Ufermann erläuterte. „Ich freue mich, dass ihr Jungen die Möglichkeit habt, hier einzusteigen, und dass eure Eltern das Projekt begleiten“, so Rüscher-Ufermann weiter.

„Dieses Vorhaben hat Vorbildcharakter. Hier werden wir konkret unserem Erziehungs- und Bildungsauftrag gerecht“, lobte Schulleiter Jürgen Sander das Projekt. Holger Isfort wiederum, der gelernter Tischler ist, bedankte sich bei der Firma Richter und dem Projektbetreuer: „Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen: Schüler, Eltern, Schule und Unternehmer arbeiten zusammen. Für eine Firma ist das mit viel Aufwand, Mehrarbeit und Kosten verbunden.“

Firmengründer Reinhard Richter gab zudem einen Überblick über die Entstehungsgeschichte des 1976 gegründeten Unternehmens mit unter anderem den Bereichen Ladenbau, Messebau, Inneneinrichtung, Serienmöbel und Schiffsinnenbau. „Alles, was mit Holz, Kunststoff und Glas in Einklang zu bringen ist, stellen wir her, und zwar weltweit. Bisher haben wir keine Probleme, Auszubildende zu bekommen“, so Reinhard Richter.

Im Anschluss führten die beiden Geschäftsführer die interessierten Gäste durch die Produktionshallen von Richter Möbelwerkstätten. Der Rundgang begann im sogenannten „chaotischen Lagersystem“ mit dem Platten- und Massivholzlager. In der Maschinenhalle erklärte Friedhelm Richter die Vorzüge der CNC-Fräse und ging auf die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten im Tischlerhandwerk ein. Weiter ging es an der Trennwandabteilung vorbei zur Bankabteilung, wo eine Parfümerie für Abu Dhabi fertiggestellt wurde. Beeindruckt waren die Gäste von dem großen Furnierlager. Weiterhin verfügt das Unternehmen über eine eigene Schlosserei und eine Lackiererei mit Trockenraum.

Foto: Jürgen Sander