IGS-Schüler informieren sich über den Strukturwandel in der Landwirtschaft

von Maria Kohrmann-Unfeld (Bersenbrücker Kreisblatt)

Roboter melken 23 Stunden am Tag

einiges über moderne Landwirtschaft (Foto: Maria Kohrmann-Unfeld).

Während der Hofführung lernen die Oberstufenschüler die Entwicklung eines Kalbes von der Geburt bis zum Jungvieh und weiter zur Milchkuh kennen. Im Nu erobern die wenige Tage alten Kälber die Herzen der Schülerinnen. Beeindruckt sind sie von dem vollautomatischen Tränkeautomaten, an dem die Kälber dreimal am Tag mittels eines Sensors ihre Milchration abrufen können. Im Milchlagerraum bestaunen sie den riesigen Milchtank mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Litern.

Im modernen Boxenlaufstall wird es richtig interessant. Sichtlich entspannt bewegen sich die Tiere in dem hellen, luftigen Stall oder ruhen in den Liegeboxen. Während die einen fressen, lassen sich andere von einer speziellen Kuhbürste massieren. Immer im Einsatz ist der „Spaltenschlitten“, der die Spaltenböden vollautomatisch in regelmäßigen Abständen reinigt, was eine enorme Arbeitsentlastung für den Landwirt darstellt. Kommt eine Kuh dem Gerät zu nahe, gibt es ein akustisches Zeichen von sich, und die Kuh geht zur Seite.

Mit Block und Stift geht es weiter zur Melkvorführung durch die beiden Roboter per Lasertechnik. Der Roboter melkt 23 Stunden am Tag und verarbeitet dabei die Milchmenge von 60 bis 65 Kühen. Eine Stunde wird für die Reinigung der Anlage benötigt. „Die Kühe lassen sich freiwillig durch den Roboter melken. Angelockt werden sie vom Kraftfutter, das jeder Kuh individuell über einen Sensor zugeteilt wird“, erfahren die Schüler.

Dann öffnet sich der Melkstand, und Kuh Nummer 19 wird eingelassen. Mit zuvor desinfizierten Bürsten werden Euter und Zitzen der Kuh gereinigt. Nachdem die Zitzen per Laser gescannt wurden, werden die Zitzenbecher angesetzt, die nach jedem Melkvorgang mit Heißdampf desinfiziert werden. Die Milch wird zunächst in einem Behälter gesammelt und dann weiter in den großen Tank gepumpt. Hat die Kuh ein Kalb, geht ein Teil der Milch in die sogenannte Kälberbar.

Während des gesamten Melkvorgangs frisst die Kuh das ihr zustehende Kraftfutter. „Jede Kuh hat ihre festen Melkzeiten und wird im Durchschnitt dreimal am Tag gemolken“, erklärt Felix Reinermann. Die Tiere sind mit einem Sensor ausgestattet, sodass der Betriebsleiter die Daten jeder einzelnen Kuh kontrollieren kann. Neben Futtermenge und Literzahl erhält er Informationen zur Leitfähigkeit der Milch, zur Widerkautätigkeit der Kuh und zur Brunsterkennung. „Unsere Kühe tragen neben Nummern auch alle einen Namen. Ich erkenne jedes Tier an seiner Farbe und Größe und sehe an seinem Verhalten, ob es gesund ist oder nicht“, erklärt Felix Reinermann den verblüfften Besuchern.

Nach dem Rundgang beantworten Mechthild und Felix Reinermann die Fragen der Oberstufenschüler zum Strukturwandel und zur Hofnachfolge. „Früher hatte jeder Bauer Rindvieh, Schweine und Federvieh. Heute muss man sich auf einen Betriebszweig spezialisieren und investieren“, stellt Felix Reinermann fest. Das bringe Arbeitsentlastung und bessere Lebensqualität für Mensch und Tier.