Schulelternrat-News

Schuljahresbeginn 2017/2018;
„Handeln statt Tadeln“
Der Landeselternrat wünscht allen niedersächsischen Schülerinnen und Schülern, aber
auch den Lehrerinnen und Lehrern einen „guten“ Start in das Schuljahr 2017/18. Für
viele Kinder ist die bevorstehende Einschulung der Beginn ihrer Bildungsbiographie. Für
Eltern aller Schülerinnen und Schüler stellte sich bis vor kurzem die Frage, wie
Biographien ihrer Kinder ge- bzw. fortgeschrieben werden und welche Aussichten der
Schulbesuch bereithält.
Und die ersten Antworten scheinen die traditionellen Pressemitteilungen der an Bildung
Beteiligten zum Schuljahresbeginn mit einem gemeinsamen Fazit verkünden zu wollen:
keine rosige Unterrichtsversorgung, geschildert in den schillerndsten Farben. Man kann
sich aber nicht des Eindrucks erwehren, dass es vorrangig darum geht, „den“
Schuldigen zu finden; in der Betrachtung verloren geht das Wichtigste: die Kinder,
Jugendlichen und jungen Erwachsenen, denen gegenüber der Bildungsauftrag nur
suboptimal erfüllt wird.
Die aber in der Tat optimierungsbedürftige Unterrichtsversorgung ist kein erst zum
Schuljahresbeginn entstandenes Problem, sondern ist ein Prozess, der seinen
Ursprung im Handeln vergangener Jahre findet. Das Problem ist infolgedessen auch
allen bildungspolitischen Verantwortlichen bekannt.
Um „gute Bildung“ in Niedersachsen aufrecht zu erhalten oder gar auszubauen und
höchsten Ansprüchen gerecht werden zu wollen, müssen daher zum Wohle der
Schülerinnen und Schüler kurz- bis mittelfristige Lösungen erarbeitet werden, und zwar
in gemeinsamer Verantwortung und dies nicht erst im Januar nach der Wahl, sondern
jetzt. „Abordnungen von Gymnasiallehrkräften an Grundschulen bringen sicher
statistisch bessere Zahlen, aber der inhaltliche Nutzen bleibt fraglich“, so Mike Finke,
Vorsitzender des Landeselternrates. „Zu befürchten bleibt, dass die Pädagogik
gegenüber der methodischen und didaktischen Arbeit zurückstehen wird. Auch spricht
der Grundsatzerlass zum Gymnasium von ‚wissenschaftspropädeutischem‘ Arbeiten –
in der Grundschule sicher aber fehlplatziert. Die sich für mich aufdrängende Frage:
Schwimmen wir nicht in die nächste Welle der Überforderung, wenn Studienräte sich
über das Wochenende per Fortbildungen in Grundschulpädagogik stürzen müssen?“
Der Landeselternrat Niedersachen appelliert daher an Politiker, Gewerkschaften,
Verbandsmitglieder, Lehrkräfte, gemeinsam an von allen tragbaren Lösungen zu
arbeiten und einen Konsens zu finden. „Wenn die Schülerinnen und Schüler von heute
die Träger der Zukunft unseres Landes sein sollen, sind alle in der Pflicht, ihnen diesen
Weg zu ebnen, um die an sie gestellten Erwartungen erfüllen zu können.
Für Rückfragen steht Herr Finke gern zur Verfügung, Tel.: 0152 – 54 25 30 01.