Alle Schulformen unter einem Dach: Eine Alternative zum dreigliedrigen Schulwesen

Die IGS ist eine Schule für alle. Wir bieten das Erreichen aller Abschlüsse unter einem Dach an.
Die IGS ist eine Schulform, die Eltern nicht zwingt, schon im 4. Schuljahr eine Entscheidung für einen bestimmten Abschluss treffen zu müssen, sondern den Kindern Zeit lässt, sich zu entwickeln, und den Bildungsweg jedes einzelnen Kindes sehr lange offen hält.
Bei uns gibt es kein Sitzenbleiben.
Wir wollen fördern, helfen Interessen zu wecken – und mehr als nur Unterricht anbieten. Deshalb sind wir eine Ganztagsschule mit zwei verbindlichen Nachmittagen.

Klassenbildung und Kurszuweisung

Zum 5. Schuljahr erfolgt keine Aufteilung der Schülerinnen und Schüler nach Schulformen. Selbstverständlich erfolgt auch in der IGS eine Leistungsorientierung, aber eben eine Orientierung und nicht eine Festlegung durch Zuweisung zu einer Schulform. Die Instrumente der IGS sind Klassenbildung und Kurszuweisung in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften.
Wegen der Problematik der sehr frühen Zuweisung zu Schulformen werden in der IGS Fürstenau die Klassen über Schullaufbahnempfehlungen hinweg gebildet. Schülerinnen und Schüler mit einer Empfehlung für das Gymnasium sind in einer Klasse mit Schülerinnen und Schülern, die eine gute Realschulempfehlung erhalten haben. Auf der anderen Seite befinden sich Schülerinnen und Schüler mit einer Hauptschulempfehlung in einer Klasse mit Schülerinnen und Schülern, die eine Realschulempfehlung oder auch eine Gymnasialempfehlung haben. Auf diese Weise bleibt für Realschülerinnen der Weg offen für einen Erweiterten Sekundarstufen I-Abschluss und Hauptschüler können den Realschulabschluss erreichen, ohne jeweils schon früh selektiert oder überfordert zu sein. Diese Klasseneinteilungen ermöglichen das gemeinsame Lernen für Schülerinnen und Schüler an einer Schule: eine Schule eben für alle.
Ab dem 7. Schuljahr erfolgt zusätzlich eine Aufteilung in G- und E-Kurse (Grund- und Erweiterungsniveau) in den Fächern Englisch und Mathematik. Ab dem 8. Schuljahr erfolgt eine weitere äußere Fachleistungsdifferenzierung im Fach Deutsch, ab dem 9. Schuljahr zusätzlich für das Fach Naturwissenschaften. Dabei ist es durchaus möglich, dass eine Schülerin oder ein Schüler in den differenzierten Fächern auf unterschiedlichem Kursniveau arbeitet. Wer z. B. in Deutsch in einem E-Kurs ist, kann bei Lernschwierigkeiten in Mathematik in einem G-Kurs sein. Die Kurszugehörigkeit ist bedeutsam für den Abschluss am Ende von Klasse 9 und 10. Für den Realschulabschluss benötigt man mindestens zwei E-Kurse. Der Erweiterte Sekundarstufen I-Abschluss, der den Zugang zur gymnasialen Oberstufe ermöglicht, erfordert in der Regel vier E-Kurse. Bei weniger als zwei E-Kursen erwirbt man den Hauptschulabschluss. Die Zuweisung zu Beginn des 7. Schuljahres legt noch nichts fest. Bis zum 10. Schuljahr sind halbjährlich Kurswechsel möglich.
Auf diese Weise erhalten die Schülerinnen und Schüler die Chance, sich im Laufe der Schuljahre weiter zu entwickeln und einen höheren Abschluss zu erreichen. Die Tür dazu bleibt lange offen.

Schullaufbahnstationen

5./6. Schuljahr: Klassenunterricht in allen Fächern
6. Schuljahr: Beginn der 2. Fremdsprache (Latein oder Französisch)
7. Schuljahr: Beginn der G- und E-Kurse in den Fächern Englisch und Mathematik, Wahl eines Wahlpflichtfaches aus den Fächern Naturwissenschaften, 2. Fremdsprache, Gesellschaftslehre, Arbeit-Wirtschaft-Technik, Kunst, Sport ⇒ Mehr Informationen zum Wahlpflichtbereich finden Sie hier.
8. Schuljahr: Beginn der G- und E-Kurse im Fach Deutsch
9. Schuljahr: Beginn der G- und E-Kurse im Fach Naturwissenschaften, Fortführung des Wahlpflichtfaches oder Wahl eines neuen Faches, Umorientierung bei den Klassen und Kursen mit Blick auf den möglich erscheinenden Abschluss
10. Schuljahr: Abschlussorientierung hinsichtlich des Sekundarabschlusses I bzw. des Erweiterten Sekundarabschlusses I mit der Berechtigung zum Besuch der Gymnasialen Oberstufe
11. Schuljahr: Beginn der gymnasialen Oberstufe

Abschlüsse in der Sekundarstufe I

Nach dem 9. Schuljahr kann man die IGS mit einem Hauptschulabschluss verlassen. Nach dem 10. Schuljahr können alle Abschlüsse der Sekundarstufe I je nach Kurszugehörigkeit und Notenbild erreicht werden:

Sekundarabschluss I

  • Hauptschulabschluss
  • Realschulabschluss
  • Erweiterter Sek I-Abschluss, der zum Besuch der Gymnasialen Oberstufe an der IGS oder einem Gymnasium berechtigt

Wichtig: Wer den Erweiterten Sekundarabschluss I erreicht hat, aber noch keine 2. Fremdsprache erlernt hat, kann trotzdem in die Oberstufe überwechseln. Dort muss er dann mit der 2. Fremdsprache beginnen.
Die Mindestanforderungen für die jeweiligen Abschlüsse erfahren Sie hier. Ferner können Sie sich hier über Ausgleichsregelungen bei Minderleistungen informieren.

Ganztagsschule

Wer die IGS Fürstenau besucht, ist verpflichtet an zwei Nachmittagen an Angeboten der Schule teilzunehmen. Darüber hinaus kann man auf freiwilliger Basis an den anderen drei Nachmittagen aus der Vielzahl der Angebote wählen. Die Anwesenheitsverpflichtung besteht in 30 Fachstunden und vier Ganztagsstunden. Die Ganztagsstunden dienen dem Lerntraining, ergänzen also den Fachunterricht dadurch, dass Schülerinnen und Schüler angeleitet werden, Aufgaben selbstständig zu erledigen. Außerdem werden hier Unterrichtseinheiten des sozialen Lernens durchgeführt. Zusätzlich finden im Ganztag Arbeitsgemeinschaften unterschiedlichster Art statt.

Förderung an der IGS

  1. Begabtenförderung
    Die IGS Fürstenau ist die Leitstelle der Hochbegabtenförderung des Schulverbundes in der Samtgemeinde Fürstenau.
  2. Lerntraining
    Im Bereich der Ganztagsschule haben alle Schülerinnen und Schüler bis zu vier Stunden Lerntraining bei ihren Tutoren. In diesen Stunden erhalten sie ein Lern- und Sozialtraining, das sie befähigt, zunehmend selbstständig Aufgaben zu bearbeiten.
  3. Förderunterricht
    Schülerinnen und Schüler im 5. und 6. Jahrgang erhalten eine spezielle individuelle Förderung in den Bereichen Dyskalkulie und Lese-Rechtschreibförderung.

Berufsorientierung

Vom 7. bis zum 13. Schuljahr erfahren die Schülerinnen und Schüler der IGS Fürstenau eine zunehmende Orientierung für das Berufsleben:

7. Schuljahr: Kennenlernen eines Betriebes eigener Wahl
8. Schuljahr: Eine Woche Berufsorientierung in der Schule und in Betrieben
9. Schuljahr: Zwei Wochen Betriebspraktikum
9./10. Schuljahr: Berufsberatung durch die Agentur für Arbeit in der Schule
10. Schuljahr: Zwei Wochen Betriebspraktikum
11. Schuljahr: Zwei Wochen Berufspraktikum
12. Schuljahr: Eine Woche Management Information Game (MIG) oder Berufsorientierung
11.-13. Schuljahr: Berufs- und Studienberatung in der Schule durch die Berufsagentur für Arbeit

Bläserklasse

An der IGS Fürstenau können die Kinder zwischen zwei Arten von Musikunterricht wählen:
1. dem herkömmlichen, zweistündigen Musikunterricht,
2. dem erweiterten Musikunterricht in der Bläserklasse.

Informationen über die Bläserklasse als pdf-Download:

Infoheft zur Bläserklasse
pdf-Datei – ca. 354 kB

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