von Jürgen Schwietert (Bersenbrücker Kreisblatt)

Große Politik im kleinen Fürstenau

Wie funktioniert die internationale Politik? Welche Mechanismen gibt es? Mit solchen Fragen haben sich Oberstufenschüler der IGS Fürstenau im Rahmen des Strategiespiels „POL&IS“ (Politik und internationale Sicherheit) beschäftigt und schlüpften dazu in verschiedene Rollen.

Welche Argumente sind die besten, um Konflikte zu lösen? Auch damit beschäftigten sich die Schüler (Foto: Jürgen Schwietert).

Warum sind Jugendoffiziere beteiligt? Ganz einfach: Die Bundeswehr hat 1989 die Rechte für das von Wolfgang Leidhold von der Unicersität Köln in Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgruppe der Universität Erlangen entwickelte Spiel erhalten. Seither vermittelt sie in enger Kooperation mit Schulen jungen Menschen die Zusammenhänge der Weltpolitik im Rahmen einer Simulation, in der der politische, militärische und ökonomische Aufbau der Welt nachgestellt wird.

Wie Arne Fuhrmann und Patrick Schult erläuterten, schlüpfen die Schüler dazu in die Rollen von Staatschefs oder Organisationen wie die Weltbank, Greenpeace und Amnesty International. Es gebe keine vorgegebene Lage. Die Schüler schrieben einfach den aktuellen Stand der Dinge fort. Für die IGS begann die Simulation mit dem 1. Januar 2019. „Alles, was von da an in der Zukunft passiert, haben sich die Schüler selbst ausgedacht“, betonten Arne Fuhrmann und Patrick Schult.

IGS-Schulleiter Jürgen Sander war von dem Strategiespiel, das seine Schule bereits zum zweiten Mal anbietet, sehr angetan. Es mache internationale Politik greifbar. Bereits nach kurzer Zeit sei zu spüren, dass die Schüler richtig im Thema seien. „Es ist ein richtig schönes Spiel, in dem ein Stück weit Realität abgebildet wird“, so Schulleiter Jürgen Sander.

Die betreuenden Lehrer Lukas Spanke und Jens-Peter Kräft waren ebenfalls angetan. „Ich denke, gerade für die Schüler, die im Bereich Politik und Wirtschaft ihr Abitur machen, ist dieses Planspiel sehr vorteilhaft“, so Jens-Peter Kräft. Sie würden unter anderem lernen, Konflikte anzugehen und Lösungen zu suchen. „Es ist gut, zu sehen, wie die Schüler sich nach und nach immer besser in die Rollen hineinfinden“, so Jens-Peter Kräft weiter.

Einen kleinen Unterschied zur Realität gab es dann aber doch: Alle Schüler versuchten, den Weltfrieden sicherzustellen und die Menschenrechte zu verbessern. Da haben sie manchen Politikern etwas voraus.